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 PDF-AKTUELL 

 
Aktuelle Informationen über die PDF-Technologie.

Nr. 52  /  06-03-06

Copyright © 2006 by Stephan Jaeggi, PrePress-Consulting, Schweiz


PDF-AKTUELL erscheint unregelmässig
je nach Info-Eingang und verfügbarer Zeit.


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INHALT

 English
 Français
 EDITORIAL  Endlich ein PDF-RIP von Adobe!!!

 A

 *****
ADOBE  PDF Print Engine angekündet

P

 *****
GLOBAL  Harlequin Genesis RIP

P

 ***
ENFOCUS  PitStop 7 und Automate

P

 ****
GRADUAL  LightSWITCH und FullSWITCH

P

 ****
CALLAS  CLI-Programme für FullSWITCH

P

 ***
ONEVISION  Editoren für MacOS X

P

 ***
ARTWORKS  PDF-Editor Neo für MacOS X

P

 ***
AUSSCHIESSEN  Neue Versionen und neues Tool

P

***
PDFX-READY  Preflight-Profile und Interviews

P

 ****
ADOBE  Unterstützung der Intel-Macs

M

 ***
ADOBE  Acrobat 8 kommt im 4. Quartal

A

 ***


EDITORIAL:  Endlich ein PDF-RIP von Adobe!  (A / *****)

Adobe hat diese Woche auf der IPEX in Birmingham unter dem Namen
Adobe PDF Print Engine endlich ein natives PDF-RIP vorgestellt.
Dreizehn Jahre nach der Einführung von PDF kommt nun auch die
dazugehörende Ausgabetechnologie von Adobe auf den Markt! Bisher
wurden PDF-Dateien in einem Adobe-RIP vor der Verarbeitung
nämlich immer klammheimlich in PostScript 3 umgewandelt.
PostScript 3 stammt aus dem Jahre 1997 und wurde seither
funktionell nicht weiterentwickelt. PDF hingegegen schon. Bei
PDF 1.3 (1999) bestand noch vollständige Parität mit PostScript
3. Mit PDF 1.4 (2001) kam die Transparenz, mit PDF 1.5 (2003)
Ebenen und JPEG2000-Kompression und mit PDF 1.6 (2005) OpenType
und NChannel-Farbräume hinzu. Während letztere noch relativ
einfach in PostScript 3 konvertiert werden können, sieht das bei
der Transparenz ganz anders aus. Die Transparenz-Reduzierung
kann eine Umwandlung zu (ausgabeabhängiger) Bitmap und
unerwünschte Farbraumtransformationen zur Folge haben.

Es ist kaum zu glauben, wie lange es gedauert hat, bis Adobe mit
einem eigenen PDF-RIP herauskommen ist. Die Konkurrenz
(Harlequin) bietet die native PDF-Interpretion nämlich schon
seit vielen Jahren an.

Es scheint aber, dass Adobe es zumindest gleich richtig gemacht
hat. Die PDF Print Engine setzt auf den wichtigsten Standards
auf: PDF und PDF/X (inkl. PDF/X-4) für die Definition der
Seiteninhalte, ICC-Profile für die Farbdefinition und JDF für
die Auftragsparameter.

Die Umstellung auf den die PDF Print Engine mit JDF-Ansteuerung
wird für die Anbieter von Workflow-Systemen, die bereits heute intern auf JDF und PDF aufbauen, recht einfach sein. Bei den Systemen, die intern immer noch mit PostScript, Bitmap oder einem eigenen Datenformat arbeiten, sind allerdings grössere Änderungen in der Systemarchitektur notwendig.

Aus der Sicht von Adobe sollte mit der PDF Engine die
Farbraumtransformation, die Transparenzreduktion, das Überfüllen
und das Ausschiessen auf Grund der JDF-Instruktionen direkt im
RIP durchgeführt werden. Es bleibt abzuwarten, ob die Entwickler
von Workflow-Systemen dieses Konzept übernehmen und auf ihre
angestammten, vorgelagerten eigenen Prozesse, mit denen sie sich
von den Mitbewerbern unterschieden konnten, aufgeben werden.

Die Print Engine wird den Umstieg auf einen geräte- und
farbunabhängigen PDF-Workflow sicher fördern. V.a. weil in der
Software auch eine Preview- und Softproof-Funktion integriert
ist. Da diese auf der gleichen Engine aufbaut, können damit
akkurate Vorschauen angezeigt werden.

Das Problem ist nur, dass diese Preview-Funktion vermutlich nur
einigen privilegierten Benutzern vorbehalten bleiben wird, da
Adobe die Software nicht selbst, sondern nur über ihren Partner
(Belichter- und Workflow-Hersteller) anbietet.

Um wirklich das in den Adobe-Prospekten beschriebene Ziel zu
erreichen, dass schon die Designer einen verlässlichen Preview
auf die Druckausgaben machen können, müsste diese
Preview-Funktion jedoch breit verfügbar sein. Das heisst die
Funktion müsste Bestandteil von Acrobat Professional und der
Creative Suite sein. Es kann doch nicht sein, dass die
Ausgabevorschau von Acrobat ein anderes Ergebnis anzeigt, als
das Preview der PDF Print Engine resp. das gedruckte Ergebnis!
Ich hoffe sehr, dass sich Adobe das nochmals gut überlegt.

Die meisten OEM-Partner von Adobe sind an der Integration dieses
neuen RIPs in ihre Ausgabesysteme interessiert (siehe
Pressemitteilung). Wann diese für die Kunden verfügbar sein
werden, hängt von den Produktzyklen der einzelnen Hersteller ab.
Von verschiedener Seite wurde mir als frühster Ausliefertermin
Ende 2006 genannt.

Neben einigen Links zu weiteren Informationen über die Adobe PDF Print Engine stehe in dieser Ausgabe von PDF-AKTUELL die Neuigkeiten aus dem PDF-Bereich von der IPEX im Mittelpunkt. Wie im letzten PDF-AKTUELL angekündigt, wurden neue PDF-Workflow- Systeme von Enfocus und Gradual vorgestellt. Ausserdem gibt es einen neuen PDF-Editor von Artwork Systems für MacOS X. Auch die Editoren von OneVision sind nun auf MacOS X lauffähig. Von Dynagram wurde eine Vorschau auf ein neues Ausschiessprogramm als Acrobat-Plugin gezeigt.

Die wichtigsten PDF-Neuheiten von IPEX werden meinem
PDF-Workshop für Fortgeschrittene behandelt. Hier die nächsten
Seminartermine:

PDF-Workshop für Fortgeschrittene
> 05.05.06: Düsseldorf/D
> 10.05.06: Stuttgart-Kemnat/D
> 16.05.06: Freiburg/D
> 18.05.06: Glattbrugg/CH (in Schweizerdeutsch)
> 30.05.06: Aarhus/DK (in Englisch)
> 31.05.06: Kopenhagen/DK (in Englisch)
> 14.06.06: Hannover/D
> 22.06.06: Heidelberg/D

Richtige PDF/X-Erzeugung und Ausgabe:
> 04.05.06: Düsseldorf/D
> 09.05.06: Stuttgart-Kemnat/D
> 13.06.06: Hannover/D
> 21.06.06: Heidelberg/D

JDF-Grundlagenseminar
> 23.06.05: Heidelberg/D

Weitere Informationen zu den Seminarinhalten und zu
den Anmeldemöglichkeiten findet man hier.

Ausserdem werde ich am Publishing Forum 06 des Verbands Schweizer Druckindustrie am 26. April in Biel und am 1. Web-to-Print Forum am 1. Juni in Mainz einen Vortrag halten.

 

Stephan Jaeggi


ADOBE:  PDF Print Engine angekündigt  (P / *****)

Adobe hat auf der IPEX die PDF Print Engine angekündigt. In einer englischen Broschüre und einer Flash-Animation werden die Vorteile (u.a. Softproof) und die technischen Details beschrieben. Zahlreiche OEM-Partner planen die Implementierung des neuen RIPs in ihre Ausgabesysteme. Agfa und Heidelberg haben dazu bereits eigene Pressemitteilungen veröffentlicht.


GLOBAL GRAPHICS:  Harlequin Genesis RIP (P / ***)

Das native PDF-RIP von Global Graphics mit dem JDF-Enabler wurde auf der IPEX an verschiedenen Orten (u.a. im CIP4 JDF Pavillion) live vorgeführt.


ENFOCUS:  PitStop 7 und Automate  (P / ****)

Wie im letzten PDF-AKTUELL angekündigt, hat Enfocus auf der IPEX die Version 7.0 von PitStop Professional gezeigt. Es gibt nicht viele neue Funktionen aber die Benutzeroberfläche wurde wesentlich verbessert (was auch bitter nötig war). Ausserdem basiert PitStop jetzt wie der PitStop Server und Instant PDF auf der eigenen PDF-Library von Enfocus und nicht mehr auf der PDF-Library von Adobe (d.h. Enfocus kann den Schwarzen Peter nicht mehr wie in der Vergangenheit zu Adobe schieben, wenn es etwas nicht funktioniert). PitStop 7.0 Professional soll am 1. Mai in Englisch und im Juni in Deutsch verfügbar sein.

Ausserdem wurde PitStop Automate als Nachfolger des PitStop Servers vorgestellt. Das Server-Produkt basiert auf OdyStar von Artworks Systems (der Mutter von Enfocus). Im Gegensatz OdyStar ist PitStop Automate als offenes Workflow-System konzipiert. Mit Hilfe eines SDKs können Dritthersteller ihre Produkte in PitStop Automate integrieren. Dies haben PerfectProof und Alwan Color bereits angekündigt. Auch für PitStop Automate wurde als Liefertermin für die Mac-Version der 1. Mai genannt. Das klang allerdings nicht so sicher wie bei PitStop Professional.


GRADUAL:  LightSWITCH und FullSWITCH  (P / ****)

Wie ebenfalls bereits gemeldet, hat Gradual als Nachfolger von CaslonFlow die Switch-Produktfamilie auf der IPEX lanciert. Es handelt sich um einen Workflow-Manager für Windows und MacOS X mit dem Arbeitsabläufe automatisiert und überwacht werden können. Es lassen sich diverse Produkte (u.a. PhotoShop, Acrobat und Distiller von Adobe, PitStop Server von Enfocus, CLI-Programme von Callas, PDF Enhancer von Apago) zu ganzen Workflows integrieren. Die Produkte LightSwitch (v.a. zum Empfangen, Verteilen und Versenden von Dateien) und FullSwitch (mit Integration von Fremdprodukten) sollen noch diese Woche auf www.gradual.com verfügbar sein. PowerSwitch (mit Scripting) kommt später.


CALLAS:  CLI-Programme mit FullSWITCH  (P / ***)

Die Kommandozeilen-Programme von Callas (pdfInspektor3 CLI, pdfColorConvert CLI, pdfCorrect CLI) lassen sich dank mitgelieferter Integratoren in FullSWITCH von Gradual ohne Programmieraufwand elegant einbinden. FullSWITCH erkennt die CLI-Programme automatisch und sie lassen sich über die Einstellungsdateien direkt konfigurieren.


ONEVISION:  Editoren für MacOS X  (P / ***)

Nach vielen Jahren hat OneVision ihre bekannten Editoren Solvero (PostScript, EPS, PDF) und Speedflow Edit (nur PDF) auch auf den Mac portiert. Nach Angabe von OneVision-Mitarbeitern auf dem Stand sollen die Mac-Versionen schneller sein als die Windows-Versionen! Leider kann man Speedflow Edit nicht einzeln kaufen, sondern nur als Bestandteil eines Gesamtpaketes.


ARTWORKS:  PDF-Editor Neo für MacOS X  (P / ***)

Auch von Artworks Systems gibt es neu einen PDF-Editor namens Neo für MacOS X. Zwar fehlen in der ersten Version noch einige Funktionen (z.B. Color Management), aber er macht sonst einen guten Eindruck. Leider ist er ein wenig teuer.


AUSSCHIESSEN:  Neue Versionen und neues Tool  (P / ***)

Von den beiden bekanntesten Ausschiessprogrammen gibt es neue Versionen: Preps 5.2 (Kodak) und Impostrip 8.2 (Ultimate). Spannender fand ich allerdins die Vorschau auf ein komplettes neues Ausschiess-Tool namens impO2 von Dynagram. Es ist ein Acrobat-Plugin und dient ausschiesslich zum Ausschiessen von PDF (das reichtt ja völlig). Das Plugin im Verlauf dieses Jahres herauskommen.


PDFX-READY:  Preflight-Profile und Interviews  (P / ****)

PDFX-ready hat kürzlich ihre Preflight-Profile erneuert: Die Profile für Acrobat 7 Professional liegen bereits in der Version 1.02 vor und enthalten einige interessante Verbesserungen (siehe ReadMe-Datei). Für PitStop 6 gibt es nun auch entsprechende Profile. Diese sind allerdings auf Grund der eingeschränkten Möglichkeiten von PitStop nicht so mächtig wie die Acrobat-Profile. Ich empfehle daher unbedingt die Benutzung der Acrobat-Profile.

Bei www.printradio.info sind zwei Interviews im mp3-Format von Hans-Georg Wenke mit Kurt Obrist über die Entstehungsgeschichte von PDFX-ready (9 Min.) und mit Stephan Jaeggi über die (in Kürze beginnende) Ausgabe-Zertifizierung (18 Min.) erschienen.


ADOBE:  Unterstützung der Intel-Macs  (M / ***)

In einem FAQ (Frequently Asked Questions) gibt Adobe einige Details zur geplanten Unterstützung der neuen Intel-Macs bekannt. Wie mir ein Adobe-Produktmanager auf der IPEX erzählt hat, ist die Anpassung an die neue Prozessorumgebung nicht so einfach. Adobe wird deshalb keine Updates bestehender Versionen herausbringen, sondern erst die nächsten Hauptversionen von Acrobat und der Creative Suite werden als "Universal Binaries" ausgeliefert.


ADOBE:  Acrobat 8 kommt im vierten Quartal  (A/ ***)

In einem Interview mit Forbes.com nimmt Adobe CEO Bruce Chizen Stellung zu den Geschäftsergebnissen und zur Integration von Macromedia. Am Schluss des Interview gibt er ausserdem bekannt, dass die nächste Acrobat-Version im vierten Quartal 2006 kommen soll.


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Nicht alle hier aufgeführen Programme und PlugIns konnten getestet werden. Ich kann daher keine Garantie und auch keine Hotline-Funktion dafür übernehmen!

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